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Zuschüsse zur Ausbildung

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Ausbildung mit Maske

FÖRDERUNG: Die Bundesregierung hat die Hilfen für kleine Unternehmen, die trotz coronabedingter 
Einbußen ausbilden, jetzt ausgeweitet.

Gute Nachrichten für alle kleinen und mittleren Unternehmen, die der Pandemie trotzen und junge Leute ausbilden: Beim im August 2020 aufgelegten bundesweiten Förderprogramm „Ausbildungsplätze sichern“ wurden die nötigen Voraussetzungen für die Hilfen heruntergesetzt sowie die Geltungsfristen verlängert. „Mit der Novellierung des Programms ist der Kreis der Inanspruchnahmeberechtigten deutlich größer geworden“, sagt Florian Kaiser, Leiter Bildungsberatung bei der IHK für München und Oberbayern. „Die Unternehmen sollten noch einmal prüfen, ob sie zu den Berechtigten zählen – und die Zuschüsse beantragen.“
Die wichtigsten Fördermaßnahmen und Neuerungen im Überblick:

Unternehmen, die 2020 nicht weniger Ausbildungsplätze zur Verfügung gestellt haben als im Schnitt der letzten drei Jahre, erhalten für jeden neu abgeschlossenen Ausbildungsvertrag eine einmalige Prämie in Höhe von 2 000 Euro. Wurde das Ausbildungsplatzangebot erhöht, gibt es für jeden über das frühere Niveau hinausgehenden Vertragsabschluss einmalig 3 000 Euro. 
Neu: Das gilt jetzt für Firmen, die zwischen April und Dezember 2020 zwei Monate in Folge einen Umsatzrückgang von im Schnitt mindestens 50 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum hatten oder in fünf Monaten in Folge mindestens 30 Prozent. Zuvor waren nur jene Betriebe anspruchsberechtigt, die im April und Mai 2020 im Schnitt mindestens 60 Prozent Umsatzeinbruch verkraften mussten. Seit der Neuausgestaltung gilt es außerdem für alle Ausbildungen, die ab dem 24. Juni 2020 begonnen wurden. Bisheriger Stichtag war der 1. August 2020.

Firmen, die trotz eines coronabedingten Arbeitsausfalls von mindestens 50 Prozent Azubis und Ausbilder nicht in Kurzarbeit bringen, werden belohnt. Sie erhalten für jeden Monat mit einem Arbeitsausfall in dieser Höhe einen Zuschuss von 75 Prozent der Brutto-Ausbildungsvergütung. 
Neu: Die Zuschüsse zur Vermeidung von Kurzarbeit wurden bis Juni 2021 verlängert. Zuvor waren sie nur bis Dezember 2020 vorgesehen.

Übernehmen Firmen Azubis, die von ihren ursprünglichen Ausbildungsbetrieben coronabedingt nicht weiter ausgebildet werden, können sie die Verbund- oder Auftragsausbildung nutzen. Sie erhalten im Fall der Fortführung der Ausbildung bis zur Abschlussprüfung 3 000 Euro Übernahmeprämie. 
Neu: Die Förderung wurde ebenfalls bis zum 30. Juni 2021 verlängert. Zuvor galt der 31. Dezember 2020 als Stichtag.

Detaillierte Infos unter:
www.ihk-muenchen.de – Suchbegriff „Ausbildungsplätze sichern in Corona-Zeiten“


IHK-Zeitung Ausgabe 01/2021

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