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Via Laptop in die Klasse

BIHK – Goran Gajanin ©
Bald wieder persönlich vor Ort – AusbildungsScouts

NACHWUCHSWERBUNG: Wegen der Coronapandemie machen die IHK AusbildungsScouts virtuell weiter. Auch im neuen Format profitieren Azubis und Unternehmen.

Bereits 2015 hat der Bayerische Industrie- und Handelskammertag (BIHK) das Projekt IHK AusbildungsScouts ins Leben gerufen. Ziel der Initiative ist es, jungen Leuten die Vorteile einer dualen Ausbildung aufzuzeigen. Das gelingt besonders gut, wenn Azubis der IHK-Mitgliedsunternehmen in den Schulen ihre Berufe präsentieren. Denn sie sind nur wenig älter als die Schüler, zu denen sie sprechen, sie begegnen ihnen auf Augenhöhe und können glaubwürdig von ihren eigenen Erfahrungen berichten. Außerdem trauen sich die Schüler bei den Azubis auch eher, Fragen zu stellen. 
IHK AusbildungsScout zu sein bedeutet also normalerweise, abschlussnahe Klassen zu besuchen. Doch wegen Corona läuft das jetzt anders ab: Die Scouts halten ihre Vorträge seit Monaten fast ausschließlich virtuell. „Bereits beim ersten Lockdown im vergangenen Frühjahr haben wir uns Gedanken gemacht, wie wir das Projekt weiterführen können“, sagt Mareike Ziegler von der IHK für München und Oberbayern. In enger Zusammenarbeit mit den Koordinatoren in den Landkreisen und den AusbildungsScouts habe man an einer virtuellen Lösung gefeilt. Seit dem zweiten Lockdown im November 2020 wird fast nur noch diese umgesetzt. 
Laut Ziegler ist dies zwar technisch anspruchsvoll, aber machbar. Es sei, das zeigen die Rückmeldungen, weit mehr mehr als ein Behelf, sondern eine gute Alternative: „Das Angebot wird dankend angenommen“, sagt Ziegler. Und nicht nur das: Es wächst sogar – trotz der Einschränkungen.
Mittlerweile beteiligen sich fast 400 Unternehmen im IHK-Bezirk an dem Programm. Seit der Einführung vor fast sechs Jahren informierten die AusbildungsScouts knapp 32 000 Schüler in gut 200 Schulen in Oberbayern. Rund 100 Ausbildungsberufe präsentierten sie den Schülern, darunter sind auch eher außergewöhnliche wie Brauer und Mälzer. 
Dass das Projekt immer mehr Schulen, Firmen und Azubis gewinnen kann, liegt daran, dass wirklich alle Beteiligten profitieren: Die AusbildungsScouts lernen zu präsentieren und gewinnen an Selbstvertrauen. Die Firmen können für sich werben und dadurch potenzielle Azubis gewinnen. 
Natürlich sei die persönliche Präsenz in den Schulen noch effektiver, so Ziegler „Doch die virtuelle Variante ist weitaus besser, als nichts zu tun.“ Gerade jetzt, wo coronabedingt keine Ausbildungsmessen stattfinden können und damit weitere vielversprechende Recruiting-Möglichkeiten weggefallen seien.

Weitere Informationen unter: 
www.ihk-muenchen.de/ausbildungsscouts
www.ihk-ausbildungsscouts.de


IHK-Zeitung Ausgabe 01/2021

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