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Schlaue Helfer

WG GLOBAL ©
Digitales Einlasssystem zur besseren Pandemiebekämpfung

DIGITALISIERUNG: Für viele Unternehmen bedeuten die Sicherheits- und Hygienevorgaben, die eine Verbreitung des Coronavirus verhindern sollen, erheblichen Mehraufwand. Doch es gibt digitale Lösungen, die die Belastung reduzieren können.

Eine begrenzte Zahl von Einkaufskörben oder -wagen, Einlasskontrollen durch eigene Mitarbeiter oder Sicherheitsdienste: Seit dem Coronalockdown müssen Einzelhändler sicherstellen, dass die Abstandsregeln eingehalten werden und Gedränge auf der Verkaufsfläche vermieden wird – das ist mit einigem Aufwand verbunden. Bei Edeka Stubhann e. K. in Surheim bei Freilassing ließ Inhaber Tobias Stubhann (43) Mitte April ein automatisches Einlasssystem der WG Global GmbH installieren. Seither zeigt ein Monitor am Eingang an, ob die Kunden eintreten dürfen oder noch warten müssen, weil zu viele andere Einkäufer im Laden sind. „Es funktioniert gut: Unsere Kunden betreten den Laden nur dann, wenn der grüne Daumen nach oben zeigt“, freut sich Stubhann. Dass auf dem Monitor zudem der „Füllgrad“ des Lebensmittelmarkts zu sehen ist, sei sehr hilfreich. „Damit können die Kunden abschätzen, wie lange sie warten müssen.“ 

Auch andere Digitalunternehmen haben Lösungen entwickelt, mit denen sich Gesundheitsschutz und Geschäftsbetrieb besser in Einklang bringen lassen. So bietet etwa die Darfichrein GmbH unter www.darfichrein.de eine digitale und datenschutzkonforme Registrierungslösung, bei der die Gäste die erforderlichen Kontaktinformationen per Smartphone übermitteln können. Im Falle einer Coronainfektion kann der Unternehmer damit der Gesundheitsbehörde auch gleich die Kontaktdaten aller Personen für den geforderten Zeitraum ohne großen Aufwand zur Verfügung stellen.

„Digitale Lösungen helfen bei der Bewältigung der Coronakrise, wichtig ist jedoch, dass deren Nutzung freiwillig ist – und zwar sowohl bei den Unternehmern als auch bei ihren Kunden“, sagt Carla Kirmis, Referentin Handel und E-Commerce bei der IHK für München und Oberbayern. Partiell böten die neuen digitalen Lösungen sogar noch einen erkennbaren Mehrwert, ergänzt sie. Dazu zählt zum Beispiel die Möglichkeit, Kunden mit Gutscheinen oder Rabattsystemen zu weiteren Besuchen oder Einkäufen zu motivieren. Zudem können Vorschlags-  oder Empfehlungsfunktionen die Kundenbindung stärken. Echtzeitdaten zu Kundenfrequenzen erleichtern nicht nur die Besucherlenkung, sondern liefern außerdem wertvolle Informationen für Personalplanung oder Marketingaktionen. 

Der Deutsche Industrie-  und Handelskammertag (DIHK) hat unter dem Motto „Digitale Lösungen gegen Coronafrust“ eine Liste zusammengestellt. Sie gibt einen Überblick über Tools, die Firmen dabei unterstützen, die zahlreichen Coronaauflagen zu erfüllen: 
www.ihk.de/digitale-anwendungen 


Ausflugsticker Bayern: Touristenströme lenken 
Große Menschenansammlungen in bayerischen Naherholungsgebieten und beliebten Ausflugszielen vermeiden – das ist das übergeordnete Ziel des Ausflugstickers Bayern, der Mitte Juli 2020 online ging. Dort können sich Übernachtungsgäste und Tagesausflügler bereits vor der Anreise über Sehenswürdigkeiten sowie die Situation vor Ort informieren. Und zwar nicht nur über Wetter, Veranstaltungen, Öffnungszeiten und Aktionen, sondern auch über das erwartete Besucheraufkommen, über Ticketverkäufe, die Parkplatzsituation sowie das Verkehrsaufkommen auf dem Weg dorthin. Zudem werden Tipps für weniger frequentierte Attraktionen veröffentlicht. Bislang sind Ausflugsregionen aus Oberbayern, Ostbayern, Franken und dem Allgäu auf dem Ausflugsticker vertreten. Die Informationen werden von den teilnehmenden Destinationsmanagement-Organisationen und den Landkreisen manuell eingepflegt und aktualisiert. Künftig soll es möglich sein, digitale Zählstationen und Onlinebuchungssysteme mit dem Ticker zu verknüpfen. 
Siehe auch: ausflugsticker.bayern

IHK-Zeitung Ausgabe 04/2020

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