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Relevanten Content bieten

Simone Naumann ©
Expertin für digitale Kommunikation: Meike Leopold

INTERVIEW: Welche Social-Media-Plattformen für B2B-Unternehmen ideal sind, um neue Kontakte und vielleicht auch Aufträge zu gewinnen, erklärt Meike Leopold (55). Sie ist Inhaberin der Agentur Start Talking in München.

Facebook, LinkedIn, Instagram, Twitter: Social-Media-Plattformen gibt es ja einige. Welche sind für kleinere Unternehmen relevant, die überwiegend für Firmenkunden arbeiten?
LinkedIn und Xing. Beide gehören eher zu den B2B-Plattformen und werden überwiegend im beruflichen Kontext genutzt. 

Warum sollten auch kleinere Unternehmen dort aktiv sein?
Netzwerken, Jobsuche und Geschäftsanbahnungen finden längst auch online statt – durch Corona mit steigender Tendenz. Mit einem Profil auf Xing oder LinkedIn können Inhaber kleinerer Unternehmen und Soloselbstständige ihre Sichtbarkeit im Netz erhöhen und damit auch neue Kunden sowie Aufträge gewinnen.

Worin unterscheiden sich Xing und LinkedIn?
Xing legt den Fokus auf deutschsprachige Länder und wird häufig für die Suche nach neuen Mitarbeitern oder Jobs genutzt. Darüber hinaus gibt es dort viele Gruppen zum Netzwerken. LinkedIn ist internationaler. Daher sind dort auch viele Mitarbeiter weltweit tätiger Unternehmen aktiv. Zudem gibt es auf LinkedIn zahlreiche Möglichkeiten, Inhalte zu posten, etwa in Form von Blogbeiträgen, Stories oder Live-videos, die auch für die Berichterstattung von Events genutzt werden.

Lohnt sich ein kostenpflichtiger Premiumaccount?
Bei Xing auf jeden Fall. Die kostenlosen Basisfunktionen bringen dort relativ wenig. Man kann nicht sehen, wer das Profil besucht hat und nur eingeschränkt Inhalte posten. Dabei sind gerade diese Funktionen fürs Netzwerken wichtig. 

Wie kann ein Unternehmer seine Sichtbarkeit auf Xing und LinkedIn erhöhen?
Mit der richtigen Positionierung, relevantem Content, also Inhalten, und angemessener Interaktion. Der Unternehmer sollte überlegen, welche Zielgruppen er mit welchen Botschaften ansprechen möchte. Das hilft beim Ausfüllen des Profils, aber auch beim Zusammenstellen von Content, den er auf der Plattform veröffentlicht. Dabei sollte er stets die Perspektive des Adressaten einnehmen. Und dann geht es bei Social Media ja nicht nur darum, Informationen rauszupusten, sondern auch Inhalte zu teilen und zu liken, sich für Kommentare zu bedanken, Fragen zu beantworten. Je stärker die Interaktion, desto höher die Sichtbarkeit im Netzwerk.

Wie viel Zeit muss man dafür investieren? 
Um Anfragen zu beantworten sowie nachzuschauen, wer das Profil besucht hat und zu diesen Personen Kontakt aufzunehmen, braucht man täglich mindestens ein paar Minuten. Dazu kommt noch die Zeit, um eigene Posts zu planen und zu erstellen. 

Was sollte man auf diesen Plattformen besser vermeiden? 
Selbstbeweihräucherung. Und auch Kontaktanfragen ohne stichhaltigen Grund sowie Nachrichten ohne Relevanz für den Empfänger kommen nicht gut an. Gerade im B2B-Bereich ist die Qualität des eigenen Kontaktnetzwerks wichtiger als dessen Größe. 

Wie bauen Unternehmer ihr Kontaktnetzwerk am besten aus?
Wer auf seinem Profil zielgruppenrelevante Informationen postet, bekommt von selbst viele Anfragen. Außerdem sollte man konsequent all die beruflich relevanten Menschen, denen man im realen Leben oder virtuell begegnet, auch in sein Kontaktnetzwerk auf der Plattform einladen.

IHK-Zeitung Ausgabe 02/2021

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