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Kurzumfrage: Wie sparen Sie Energie?

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Weniger Heizen und die Zimmertemperatur senken: zwei Möglichkeiten, um Energieverbrauch und Kosten zu reduzieren

Kurzumfrage: Wie sparen Sie Energie?


Stavros Antoniou (50), Restaurant Monte de Sole, Oberschleißheim
„Alle Geräte auf Einsparmöglichkeiten überprüfen“
Ein Restaurant hat einen hohen Energieverbrauch, deshalb schlagen steigende Kosten in diesem Bereich unmittelbar zu Buche. Pro Monat zahle ich jetzt 80 Euro mehr als im Vorjahr für Strom und Wärme, und ich rechne mit einem weiteren Anstieg in den kommenden Monaten. Beim Energiesparen schaue ich daher auf jedes Detail und prüfe jedes Gerät. Am meisten Kosten kann ich vermutlich mit dem Ofen reduzieren, der zwei Backfächer hat. Jetzt schalte ich ein Fach ab, wenn ich weniger Gäste erwarte. Das ist jeden Werktag zwischen 14 und 17 Uhr der Fall. Auch beim Geschirrspülen kann ich sparen, wenn ich die Maschine optimal auslaste und möglichst oft das Sparprogramm fahre. Jede Kleinigkeit zählt. Wenn nahezu alle Gäste auf der Terrasse essen, muss das Licht im Innern nicht eingeschaltet werden. Ich hoffe auf einen milden Herbst: Sitzen dann die Gäste weiterhin vor allem im Außenbereich, kann ich die Energiekosten niedrig halten.   


Franziska Böhnlein (27), Franz Schnurrer e.K., Berchtesgaden
„Jobräder für alle Beschäftigten“
Seit über 60 Jahren versorgt unser Unternehmen das Berchtesgadener Land mit festen und flüssigen Brennstoffen. Das Thema Energiekosten beschäftigt nahezu jeden unserer Kunden. Wir empfehlen aktuell, nur so viel Heizöl, Gas und Pellets zu kaufen, wie wirklich benötigt wird, und geben gerne Tipps zum Energiesparen. Hierbei profitieren wir auch von eigenen Erfahrungen. Beim Licht setzen wir ausschließlich LED-Produkte ein und verzichten auf Nachtbeleuchtung, bei den Lkws sparen wir mit Tourenplanungen und legen möglichst kurze Strecken zurück. Außerdem bieten wir Jobräder an. Jeder Beschäftigte kann statt mit dem Pkw mit von uns geleasten E-Bikes zur Arbeit fahren, die Kosten werden mit dem Bruttolohn verrechnet. Das kommt hervorragend an und wird auch von Beschäftigten nachgefragt, die nur fünf Minuten zu uns unterwegs sind.  


Fatlind Hoxha (28), Umzugskompass, Poing (Landkreis Ebersberg)
„Jede Tour mit der Software planen“
Wie viele kleine und mittlere Transportunternehmen hat auch Umzugskompass mit großen Herausforderungen zu kämpfen. Vor allem der Fachkräftemangel macht uns zu schaffen. Das Thema Energiesparen rückt da trotz der aktuellen Krise ein wenig in den Hintergrund, zumal wir bereits bisher alle Möglichkeiten zur Kostenreduktion genutzt haben. Im Büro werden sämtliche Geräte nachts vollständig abgeschaltet. Das rund 6 000 Quadratmeter große Lager verbraucht kaum Strom und keine Heizungswärme. Bleiben die vier Lkws. Alle Fahrzeuge sind mit umweltfreundlichen und treibstoffsparenden Euro-6-Motoren ausgerüstet. Jede Tour im Großraum München wird mit einer Tourenplanungssoftware vorbereitet, so dass die sechs Fahrer immer die kürzesten Routen zurücklegen.


Michael Pixis (29), Mana Coworking, München
„Ohne Gebäudepass keine Anmietungen“
Beim Thema Energie stehen Anbieter von Coworking-Spaces vor einer besonderen Herausforderung: Wenn sie wirklich Kosten reduzieren wollen, müssen sie den Kunden Einsparungen so einfach wie möglich machen. Mana Coworking löst dieses Problem digital. Jeder Nutzer arbeitet mit einer App, die die Heizung ein- bzw. ausschaltet und deren Temperatur reguliert. Viele Kunden wollen bei 21 Grad Celsius arbeiten. Möglicherweise folgen sie in Zukunft Empfehlungen, sich mit etwas niedrigeren Raumtemperaturen zufrieden zu geben. Wenig Einsparmöglichkeiten gibt es beim Strom. Weil die Nutzer ihr eigenes IT-Gerät mitbringen, fallen über den Arbeitsverbrauch hinaus kaum weitere Ausgaben beispielsweise für Standby-Betrieb an. Was das Gebäude selbst betrifft:  Der Mana-Standort in Schwabing ist ein denkmalgeschützter Altbau, der vergleichsweise viel Energie verbraucht und keinen Gebäudepass hat. In Zukunft werde ich ein solches Papier zur Voraussetzung für die künftige Anmietung von Gebäuden machen. Einen hervorragend sanierten Altbau habe ich unlängst besichtigt.

IHK-Zeitung Ausgabe 03/2022

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