Standortpolitik | Standpunkte

Gemeinsam kommt man weiter


Gemeinsam kommt man weiter – inwieweit haben Sie in der Krise intensiver mit anderen kooperiert?

Vilma Bergmann (51), Geschäftsführerin Stickerei Bergmann, München
„Mit Maßschneidern von Masken für Firmenkunden durch die Krise“
Als der erste Lockdown im März vergangenen Jahres verkündet wurde, habe ich mein Geschäft mit großen Ängsten zugesperrt. Doch schon bald kamen erste Anfragen von Maßschneidern, für die ich vorher schon gearbeitet hatte. Sie fragten mich, ob ich auch Schutzmasken besticken könnte. Ich dachte, das ist die Lücke! Daraus entstanden sehr gute Kooperationen. Die Maßschneider fertigten für mich die Masken, ich bestickte sie mit dem Logo meiner Firmenkunden. Umgekehrt stellten meine Partner auch ihre Produktion auf Mundschutz um und leiteten ihre Kunden zum Besticken an mich weiter. Ich war 2020 keinen Tag ohne Arbeit und habe einige tausend Masken mit Logos versehen. Das hat alles aufgefangen und mich durch die Krise getragen.
https://stickerei-bergmann.de


Florian Schärpf (43), Vorstand Brauereigenossenschaft Oberhaching 
„Gemeinsamer virtueller Frühschoppen örtlicher Anbieter“
Unsere Genossenschaft lebt durch das Zusammensein und den Austausch der Mitglieder. Versammlungen, Stammtische, Feste – das alles ist coronabedingt nicht möglich. Also planen wir einen virtuellen Frühschoppen nach dem Motto „Wenn ihr nicht zu uns dürft, kommen wir zu Euch!“, um den Menschen etwas zu bieten. Interessierte können per Livestream ein abwechslungsreiches Unterhaltungsprogramm genießen und bekommen vorher ein Frühschoppenpaket nach Hause geliefert. Dafür haben wir mit örtlichen Einrichtungen kooperiert: Metzger liefern Weißwürstl und Wiener, Bäcker die Brezn, wir das Bier, die Blaskapelle und ein Alleinunterhalter spielen auf, wir stellen unsere neue Braumeisterin vor. Die Resonanz ist äußerst positiv. Der Vorteil: Alle Beteiligten können sich präsentieren und wir zeigen, dass wir Menschen ohne großen Aufwand zusammenbringen können.  
brauerei-oberhaching.de


Regina Steinberger (44), Geschäftsführerin Raum & Haus Service, Fischbachau
„Hoher Mehrwert durch Teilnahme an regionaler Plattform“
Ich war die erste Arbeitgeberin, die sich in die Liste der OBERLANDCard eingetragen hat. Damit bin ich eine intensive Kooperation eingegangen. Bei diesem ersten landkreisweiten Bonusbezahlsystem Deutschlands können sich Unternehmen und Geschäfte beteiligen. Für den Umsatz über die Plattform gibt es Punkte, die man bei allen Teilnehmern einlösen kann. Das stärkt das regionale Einkaufen. Die Resonanz steigt rasant. Für mich bedeutet die Teilnahme einen beträchtlichen Mehrwert: Ich kann für meine Firma kostenfrei Angebote einpflegen, Aktionen generieren und noch besser werben. Und als Arbeitgeberin kann ich nach neuen Mitarbeitern suchen, aber auch mein Bonussystem ausweiten: Meine Angestellten erhalten einen steuerfreien Bonus in Höhe von 40 Euro auf ihre OBERLANDCard eingespielt.
raum-haus-service.de


Jeanine Vila Iturbe (32), Geschäftsführerin Cupcake4You, Unterschleißheim
„Lokaler Blumenladen als neuer Partner“
Zum Glück geht es mir in der Pandemie relativ gut, ich musste nie ganz schließen. Die Kunden können meine Cupcakes, Macarons, Torten und Kuchen bestellen, wir liefern. Auch online und über Social Media läuft bei uns viel. Dennoch hatte ich keine Gelegenheit mehr, auf Messen und in Blumengeschäfte zu gehen, um die Deko für unsere Produkte zu bestellen. Deshalb habe ich mich mit dem lokalen Blumenladen „Wildwuchs“ zusammengetan. Von dort beziehe ich jetzt alle meine Blüten. Wir werben füreinander und unterstützen uns gegenseitig. Und ich muss nicht mehr so viel Zeit für die Suche nach den geeigneten Blüten aufwenden. Ich habe einen neuen Partner, auf den ich mich verlassen kann.
cupcake4you.de


IHK-Zeitung Ausgabe 02/2021

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