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Digital flexibler und schneller

Statik Mairhofer ©
Klaus Mairhofer hat durch Digitalisierung drei Vorteile für sein Statikbüro mit 18 Mitarbeitern erreicht.

PROZESSE: Die Digitalisierung verspricht höhere Effizienz. Auch kleinere Betriebe können profitieren. 

Für Bauingenieur Klaus Mairhofer in Altenmarkt an der Alz hat die Digitalisierung von Arbeitsabläufen schon nach wenigen Monaten spürbare Vorteile mit sich gebracht. Egal ob im Büro, im Homeoffice oder auf einer Baustelle: Der 53-jährige Unternehmer, der Aufgaben rund um Baustatik und Bauphysik abwickelt, hat stets einen umfassenden Überblick zum Projektfortschritt der verschiedenen Bauvorhaben, an denen sein Ingenieurbüro beteiligt ist. „Wir können auf einen Blick unsere Angebotserstellung mit dem tatsächlichen Aufwand vergleichen und quasi auf Knopfdruck die Rechnungen erstellen“, sagt der Ingenieur. Das komplette Projektmanagement wurde samt Verwaltung der Kundendaten, Zeiterfassung, Angebots- und Rechnungsmanagement, grafischer Datenauswertung sowie Archivierung in die Cloud ausgelagert. „Der Zeitgewinn ist enorm, schätzungsweise 20 bis 30 Prozent im Vergleich zu früher, seit wir 2020 unsere Abläufe weitgehend digitalisiert haben“, freut sich Mairhofer, der hierzu mit einem Dienstleister zusammenarbeitet. Künftig wird er Kundenaufträge verstärkt im Homeoffice ausführen, auch nach der Coronapandemie. „Geplant ist, dass sich jeweils drei Ingenieure zwei Büroarbeitsplätze teilen, so dass wir trotz unseres Wachstums keine zusätzlichen Büroflächen benötigen“, nennt er einen weiteren Vorteil der Digitalisierung.  
„Wer Geschäftsprozesse digitalisiert, profitiert doppelt: Er spart viel Zeit und kann außerdem seine Kosten besser in den Griff bekommen“, betont Franziska Neuberger, Leiterin des IHK-Referats Digitalisierung und IKT. Und wie gehen Unternehmen am besten vor? „Bei der Prozessoptimierung folgt die Technik stets dem Bedarf.“ Zunächst sollten Unternehmen also ermitteln, welches Ziel sie mit der digitalen Optimierung erreichen möchten: Die Kostenrechnung und Buchhaltung automatisieren, Warenwirtschaft und Kundenmanagement digital steuern, Mitarbeiter und Kunden gemeinsam an Dokumenten oder sogar Produkten arbeiten lassen oder mit einem Webshop den Vertrieb unterstützen? Ist das Ziel bestimmt, folgt die technische Umsetzung in der Regel mit Unterstützung eines Dienstleisters. Neuberger: „Pack ma’s digital und die neuen Onlinekurse, die wir als Partner mit der Google Zukunftswerkstatt anbieten, zeigen, was möglich ist – und geben gute Impulse für die eigene Prozessoptimierung.“ 
Eine Crux bleibt: Das Internet ist nicht in allen Regionen ausreichend schnell. Auch nicht bei Mairhofer: „Die Datenübertragungsrate, die bei maximal 50 Megabit pro Sekunde liegt, erweist sich für uns schon als Flaschenhals.“

IHK-Zeitung Ausgabe 02/2021

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