Betrieb + Praxis | Fachkräfte

Schulterschluss mit Schulen


FACHKRÄFTENACHWUCHS: Azubis zu finden ist derzeit schwerer denn je. Wenn Firmen mit Schulen kooperieren, kann dies die Suche erleichtern. Die IHK unterstützt bei der Vernetzung.

Da kann die Qualität der betrieblichen Ausbildung noch so gut sein – wenn Schüler das Unternehmen nicht kennen oder sich grundsätzlich nur bei den bekannten, großen Firmen bewerben, ist die Azubisuche oft schwer bis aussichtslos. Doch das muss nicht sein. Mit ein bisschen Engagement können Betriebe künftige Abgänger von der Schulbank aus für die Ausbildung im eigenen Betrieb gewinnen. 

Von der Schulbank aus – das ist der entscheidende Punkt. Denn je früher die jungen Leute auf ein Unternehmen aufmerksam werden und mit ihm in Kontakt treten, desto größer sind die Chancen des Betriebs, die Jugendlichen später als Azubis für sich zu gewinnen. Um dies zu ermöglichen, bietet die IHK für München und Oberbayern seit Jahren sogenannte IHK Bildungspartnerschaften an: Sie bringen Schulen und ausbildungswillige Unternehmen zusammen, sodass sich beide kennenlernen können – und daraus im besten Fall eine Ausbildung resultiert. Zu den Leistungen der IHK gehört das passgenaue Matching zwischen Schule und Betrieb. „Außerdem führen wir gemeinsam mit beiden Partnern ein informatives Erstgespräch“, sagt Anne Rossbach, Fachreferentin für Berufsbildungsprojekte bei der IHK für München und Oberbayern. 

In der Regel liegt zwischen dem Kennenlernen und der möglichen Einstellung des Azubis ein Praktikum. Coronabedingt sind Praktika derzeit allerdings von vielen Unternehmen nicht gewünscht – schließlich gilt es derzeit Kontakte zu firmenfremden Personen soweit möglich zu vermeiden. Das heißt aber nicht, dass Bildungspartnerschaften damit hinfällig geworden sind. „Es gibt viele andere Möglichkeiten, um zusammenzufinden“, sagt Rossbach. „Der Unternehmer kann etwa zu Berufsinformationsabenden in die Schule gehen und über die Ausbildung in seinem Betrieb referieren.“ Umgekehrt könne er die Eltern und Schüler zum Informationsabend einladen – und zwar, wenn gewünscht, auch per Videokonferenz. „Man muss in diesen Zeiten ein bisschen kreativ sein“, sagt Rossbach. Es gehe jetzt darum, sich neue, wenn möglich, digitale Formate auszudenken. Oft führen die Inhaber kleiner Firmen an, dass das Engagement sie zu viel Zeit kostet, Zeit, die sie nicht haben. Aber: Fachkräfte werden dringender denn je gebraucht. Wer heute ein paar Stunden in das Werben um potenzielle Azubis investiert, kann auf lange Sicht mit etwas Glück die Früchte ernten.  

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IHK-Zeitung Ausgabe 04/2020

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