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Blogs im Fokus der Finanzbehörden

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Bloggen kann steuerpflichtig sein

SOCIAL MEDIA: Vielen Influencern ist nicht bewusst, dass sie auch Steuern zahlen müssen.

Was als kleiner Blog, zu Gesundheit, Fitness, Ernährung, Technik oder Mode beginnt, entwickelt sich bisweilen zur lukrativen Einnahmequelle. Das ruft auch die Steuerbehörden auf den Plan. Denn: Wer als Blogger oder Influencer in den sozialen Medien wie Instagram, Facebook, YouTube, Twitter, Snapchat oder auf den eigenen Internetseiten unterwegs ist – und mit seinen Produktrezensionen, Postings und Blogs auch Einnahmen erzielt – zählt steuerrechtlich zu den gewerbetreibenden Unternehmen. Erst kürzlich veröffentlichte die bayerische Finanzverwaltung dazu einen Fragen-Antworten-Katalog. „Die Behörden geben die klare Botschaft, dass sie Blog- und Influenceraktivitäten künftig intensiver kontrollieren werden“, betont Martin Clemens, Steuerexperte der IHK für München und Oberbayern. Er rät, sich darauf einzustellen: „Vielfach mangelt es noch am Bewusstsein für die steuerliche Relevanz solcher Aktivitäten.“

Ein Überblick:
Welche Steuerpflichten bestehen?
Für Blogger und Influencer gelten genau dieselben steuerrechtlichen Pflichten wie für andere Gewerbetreibende und Freiberufler. Zudem müssen Blogger ihre Tätigkeit zumeist auch bei den Verwaltungs- und Steuerbehörden anmelden.
Was gilt für die Einkommenssteuer?
Übersteigen die Einkünfte, also der Gewinn, mit Blogs und Postings im Kalenderjahr zusammen mit anderen Einkunftsarten den jährlichen Freibetrag von derzeit 9 744 Euro, sind diese einkommensteuerpflichtig. Nur wer einen anderen Hauptjob hat und nur nebenberuflich bloggt, kann eine Ausnahme beanspruchen. Dann darf der Gewinn aus der Influencertätigkeit gemeinsam mit anderen Nebeneinkünften 410 Euro jährlich nicht überschreiten. Auch Geschenke gelten als Einnahmen, wobei es auch hier Ausnahmen gibt.
Was gilt für die Umsatzsteuer?
Blogger gelten dann als Unternehmer, wenn sie eine gewerbliche oder berufliche Tätigkeit selbstständig und nachhaltig, das heißt, immer wieder ausüben, um Einnahmen zu erzielen. Für sie ist dann auch die Umsatzsteuer fällig. Als Kleinunternehmen bleiben sie unter bestimmten Bedingungen von der Umsatzsteuer verschont, auch wenn ihre Umsätze eigentlich steuerpflichtig wären. Sie dürfen dann in ihren Rechnungen keine Umsatzsteuer ausweisen und haben umgekehrt keine Möglichkeit, den Vorsteuerabzug in Anspruch zu nehmen. 
Wann ist Gewerbesteuer fällig?
Wenn das Bloggen als „gewerblich“ einzustufen ist und der Gewerbeertrag mehr als 24 500 Euro jährlich beträgt. Er ergibt sich aus dem Gewinn des Gewerbebetriebs, erhöht um spezielle Hinzurechnungen, etwa Zinsen, Mieten oder Lizenzen, und vermindert um bestimmte Kürzungen. Wie hoch die Gewerbesteuer letztlich ausfällt, hängt vom Hebesatz der Gemeinde ab, in der das Unternehmen seinen Sitz hat.

www.ihk-muenchen.de Suchbegriffe „Steuern Influencer“

IHK-Zeitung Ausgabe 02/2021
 

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